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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Hong Kong - Kampf für die Demokratie!

29.09. - Die Zahl der Teilnehmer sowohl an den Besetzungen von Durchgangsstraßen in Central, als auch an verschiedenen Demos und Versammlungen an anderen Orten der Stadt hat noch einmal deutlich zugenommen. Viele Leute sind empört über den exzessive Einsatz von Pfefferspray und Tränengas am Sonntag und Sonntag Nacht. Gewerkschaften wie die der Lehrer haben jetzt offen zu Streiks aufgerufen, um die Bewegung zu unterstützen. Zu größeren Auseinandersetzungen mit der Polizei ist es am Monatg nicht gekommen. allerdings hat sich die Riot-Polizei nicht zurückgezogen, sie ist nach wie vor in Seitenstraßen präsent. Dennoch hatte die Sache insgesamt einen festlichen Charakter; weil alle stolz darauf sind, der Polizeigewalt mit friedlichen Mitteln getrotzt zu haben. Die Bewegung hat jetzt auch schon ihre Bezeichnung: die Schirm-Revolution. 


28.09. - Eigentlich sollte "Occupy Central", d.h. die Besetzung des Banken- und Finanzzentrums der Stadt, erst am Mittwoch los gehen. Der Schwung der Studenten- und Schülerdemos und die gewalttätige Antwort der Polizei war aber Anlaß, schon gestern damit zu beginnen. Bis zu 30 000 Leute beteiligten sich. Die Polizei war wieder ungewöhnlich militant und benutzte ausgiebig Pfefferspray und Tränengas. Das nützte aber nicht wirklich was - die Leute waren erstens gut vorbereitet (Schirme und Augenschutzbrillen) und zweitens gelang es der Polizei immer nur vorübergehend, einen Platz zu räumen. Nach Berichten hat das harte Vorgehen der Polizei erst recht Leute mobilisiert.Während es in Central hauptsächlich Studenten und "Young Professionals" waren, versammelten sich tausende "aus allen Schichten" in der Nathan Road in Kowloon. Eine Gewerkschaft hat zur Unterstützung der Bewegung aufgerufen; tatsächlich beteiligten sich mindestens 200 Fahrer von Swire Beverages (Coca-Cola). Die Proteste haben überall in der Welt für Schlagzeilen gesorgt - ausser in China. Und auch die Medien in Vietnam nahmen keinerlei Notiz. Sonntag Nacht hat die Regierung angekündigt, die Riot-Polizei abzuziehen; es war etwas ruhiger geworden. Heute Morgen allerdings kommen wieder Tausende nach Central und zur Nathan Road.


27.09. - Zum Abschluß der Streikwoche der Studenten und Schüler für freie Wahlen zogen 5000 vor das Regierungsgebäude. Einige hundert schafften es, den Vorplatz zu besetzen. Sie überwanden einen Polizeikordon und einen 3 Meter hohen Zaun, der erst im Juni errichtet worden ist. Draußen und auf dem Platz kam es zu Straßenschlachten, wobei die Polizei zum Teil in Riot-Ausrüstung Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzte - die jungen Leute wehrten sich mit Schirmen. Die Besetzung des Platzes dauerte die ganze Nacht, bevor die Polizei alle Leute festgenommen hatte. Heute morgen kam es auch auf der Straße vor dem Platz noch einmal zu einer heftigen Pfefferspray-Attacke der Polizei. Wieviele Verletzte und Festnahmen es gab, ist noch unklar; es handelt sich aber um "Dutzende".

 
22..09. - Mehr als 1000 Studenten verschiedener Hochschulen haben sich in der Chinesischen Universität versammelt, um für freie Wahlen zu demonstrieren. Sie wollen eine Woche lang den Unterricht boykottieren. 400 Dozenten und andere Unibeschäftigte wollen sie unterstützen.


14.09. - Zwischen 1860 und 4000 demonstrierten in schwarzer Kleidung für freie Wahlen.

01.09. - Der Vertreter der Zentralregierung, der in die Stadt gekommen war, um die Entscheidung Beijings über das Wahlrecht zu verkünden, stieß auf mehrfachen Widerstand. Seine Rede wurde oft unterbrochen, als Leute auf ihre Stühle stiegen und Parolen riefen. Sein Hotel wurde belagert. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und nahm mehr als 20 Leute fest. Die VR China will 2017 zwar allgemeine Wahlen abhalten (das war im Übergabevertrag mit Großbritannien so versprochen), aber nur ihr genehme Kandidaten zulassen.

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