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Freitag, 17. Oktober 2014

Streikzeitung_16.10.2014

Ein Streik für unsere Forderungen

Es ist 07.30 Uhr und bei der S-Bahn in Berlin fährt kaum noch ein Zug, obwohl die GDL Führung ihre Mitglieder erst um 14:00Uhr zum Streik aufgerufen hat. Das Bahnmanagement bestreikt so ihre Fahrgäste selber massiv, nur um selber zu bestimmen wann welche Züge stehenbleiben. Die Wut der Fahrgäste über den Streik richtet sich so immer mehr gegen das Management der Bahn. Das vorhandene Verständnis in der Öffentlichkeit für den Streik der GDL ergibt sich so nicht unbedingt aus der Sympathie mit den Streikenden. Denn sie sind zu Streikbeginn vielerorts nicht mehr zu sehen.

In einer Seitenstraße am S-Bahnhof Ostkreuz sammeln sich gut 60 Streikende der S-Bahn in Berlin, weit ab jeder Öffentlichkeit, wo sie sich in die Streiklisten eintragen, Kaffee trinken und über den Streik und seine Hintergründe diskutieren. Längst überfällige Diskussionen, denn es gab für die knapp 1000 GDL Mitglieder der S-Bahn in Berlin bisher keine wirkliche Vorbereitung auf die Warnstreiks, die Urabstimmung und die jetzt zu eskalieren drohenden Streiks. Unabhängige Flugblätter von Kollegen bei der S-Bahn waren über Wochen hinweg die einzige Informationsquelle zur laufenden Auseinandersetzung für die Kollegen vor Ort.


Gerade wo die Medien den Streik der GDL stark thematisieren stehen einige Mitglieder der GDL selbstbestimmt zu Streikbeginn am Hauptbahnhof in Berlin, um der Medienmacht der Deutschen Bahn auch ihre Argumente entgegenzustellen. Denn nur der Bundes-Claus der GDL allein schafft es nicht der Medienmacht der DB AG wirksam entgegenzutreten. Wo die DB ganze Abteilungen für ihre Medienarbeit bezahlt, hat die GDL ihre Mitglieder. So stürzt sich auch die Medienmeute auf alle Streikenden die in der Öffentlichkeit auftauchen, um sie ausführlich zu interviewen, womit die Wahrheiten der DB nicht unbeantwortet bleiben.

Völlig unverständlich und unsolidarisch ist jedoch auch bei diesem Streik der GDL wieder die Tatsache, dass wir GDL Mitglieder aus den unterschiedlichen Unternehmensbereiche der DB es in Berlin nicht schaffen zusammenkommen, um so gemeinsam unsere Stärke öffentlich zu demonstrieren und die Öffentlichkeit mit unseren Forderungen zu füttern. Dazu braucht es keinen Darfschein der Funktionäre, nur den Willen jedes einzelnen Streikenden.

Nun platzen selbst geheime Gespräche zwischen der GDL und DB Führung zum Tarifstreit und ihre Kommunikation findet nun nur noch über die Medien statt. Damit treten dann aber auch Vorschläge und Forderungen bei streikenden GDL Mitgliedern ans Tageslicht, mit einer Delegation aus Kollegen aus den eigenen Reihen den DB Tower in Berlin aufzusuchen, um bei den Vorständen der DB noch einmal unmissverständlich die Umsetzung unserer Forderungen einzufordern. Denn nur darum geht es den streikenden GDL Mitgliedern bei der Deutschen Bahn. Sie wollen keine machtpolitischen Kämpfe auf Kosten ihrer Forderungen.

So wie es bereits Mitgliedern der GDL gelungen ist mit dem Vorsitzenden der EVG völlig unkompliziert über den weiteren Fortgang und eine Zusammenarbeit der Gewerkschaften bei der laufenden Tarifauseinandersetzung zu reden, sollten auch Gespräche mit dem Vorstand der Deutschen Bahn zur Umsetzung unserer Forderungen als Beschäftigte der DB möglich sein, ohne dabei die Forderungen der GDL und ihrer Mitgliedern zu untergraben.

Der nächste unausweichliche Streik der GDL bei der Deutschen Bahn AG wird den Weg für uns freimachen, mit dem sich kein GDL Mitglied mehr mit seinen Forderungen verstecken muss, mit dem wir GDL Mitglieder gemeinsam und übergreifend unsere Stärke und Forderungen in die Öffentlichkeit tragen und mit dem sich kein Gewerkschaftsmitglied mehr länger für die Machtspiele der Gewerkschafts- und Bahnmanager benutzen lassen muss!

Kommentare:

  1. Ihr seit ganz offensichtlich nicht im Bilde, habt keine Informationen und werdet wohl auch nicht darüber informiert, dass sich am letzten (Nacht-) Streik GDL´er ganz bewusst NICHT am Streik beteiligt haben und es inzwischen auch Austritte aus der GDL gibt. AUCH ein Erfolg der GDL, da diese Kollegen mit Gewerkschaft abgeschlossen haben und so der von Weselsky bemängelte allgemeine Mitgliederschwund bei den Deutschen Gewerkschaften einen nicht unerheblichen Schwung bekommt. Dies keine Polemik oder Propaganda - dies sind Tatsachen und Fakten! Man sollte halt mal über den Tellerrand schauen.

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  2. Ihr könnt ja mal Eure Freizeit investieren, zu überlegen was Ihr eigentlich wollt, statt immer nur Euren Funktionären alles nachzuäffen.

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